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HistorischInteresse 4/5

Reykholt

Reykholt ist eine kleine Siedlung im Bezirk Borgarfjörður in Westisland, vor allem bekannt als Heimat des Häuptlings und Schriftstellers Snorri Sturluson, des bedeutendsten Autors des mittelalterlichen Island. Erhalten ist Snorralaug, ein kreisrundes, steingefasstes geothermales Badebecken, gespeist von einer nahen heißen Quelle, daneben das Forschungszentrum Snorrastofa und die Kirche, die dort stehen, wo einst Snorris Hof lag.

Region

Westisland

Koordinaten

64.6640° N, 21.2912° W

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Zeit vor Ort
1 Std.
Barrierefreiheit
Rollstuhl · Teilweise
Das Snorrastofa-Zentrum und die Kirche stehen auf ebenem Boden mit Parkplätzen direkt daneben. Snorralaug ist ein steinernes Freiluftbecken, das von einem niedrigen umlaufenden Weg aus betrachtet werden kann, mit einigen Stufen hinunter zum Wasserrand.
Eingeschränkte Mobilität · Teilweise
Kurze, meist flache Wege zwischen dem Parkplatz, dem Becken und dem Zentrum, mit etwas unebenem Gras und einigen Stufen am Becken.
Sensorisch · Vollständig
Eine ruhige ländliche Umgebung. Das Innenzentrum ist außerhalb von Konzerten und Veranstaltungen ruhig.
Kognitiv · Vollständig
Eine kleine, übersichtlich gestaltete Anlage mit informativer Beschilderung im Zentrum.

Warum das wichtig ist

Snorri Sturluson (1179-1241) ließ sich 1206 in Reykholt nieder und machte den Ort zu seinem Stützpunkt, von dem aus er zweimal das Amt des Gesetzessprechers (lögsögumaður) des Alþingi bekleidete und zu einem der reichsten und mächtigsten Häuptlinge Islands wurde. Hier verfasste oder stellte er die Prosa-Edda zusammen, die wichtigste Quelle zur nordischen Mythologie und zu den Regeln der Skaldendichtung, sowie die Heimskringla, eine Geschichte der norwegischen Könige, die deren Abstammung bis auf den Gott Odin zurückführt; auch die Egils saga wird ihm weithin zugeschrieben. Seine Verwicklung in die norwegische Hofpolitik veranlasste König Hákon Hákonarson, seinen Tod anzuordnen, und in der Nacht des 23. September 1241 erschlugen ihn seine Gegner unter Führung seines früheren Schwiegersohns Gizur Þorvaldsson im Keller seines Hofes, angeblich während er mit den Worten „Eigi skal höggva“ („Schlagt nicht zu!“) um Gnade bat. Snorralaug, das von der heißen Quelle Skrifla gespeiste steinerne Badebecken, und die Reste eines Gangs, der einst von ihm zum Hof führte, gehören zu den ältesten erhaltenen von Menschen errichteten Bauwerken Islands und werden in der Sturlunga saga erwähnt. Das 1995 eröffnete Zentrum für Mittelalterstudien und die Bibliothek Snorrastofa stehen heute an dem Ort neben den Kirchen von Reykholt.

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