Helgafell
Helgafell, „der heilige Berg“, ist ein kleiner, steilflankiger Hügel von etwa 73 Metern, der sich auf der Halbinsel Snæfellsnes nahe Stykkishólmur aus dem Ackerland erhebt. Trotz seiner bescheidenen Höhe ist er einer der sagenumwobensten Orte der isländischen Sagas, in heidnischer Zeit als dem Gott Thor heilig verehrt und später Sitz eines mittelalterlichen Klosters und Heimat der Heldin der Laxdæla saga.
Region
Halbinsel Snæfellsnes
Koordinaten
65.0424° N, 22.7290° W
Stopp planen
- Zeit vor Ort
- 45 Min.
Barrierefreiheit
- Rollstuhl · Keine
- Ein steiler grasbewachsener Hügel, der über einen unmarkierten, unebenen Pfad ohne Barrieren oder befestigte Oberfläche bestiegen wird.
- Eingeschränkte Mobilität · Eingeschränkt
- Ein kurzer, aber steiler Aufstieg von etwa 70 Höhenmetern über Gras und Fels von der Farm unten. Die Kirche und der Grabbereich am Fuß befinden sich auf ebenem Boden.
- Sensorisch · Vollständig
- Eine offene, ruhige ländliche Hügelkuppe mit weitem Blick über den Breiðafjörður.
- Kognitiv · Vollständig
- Ein einfacher, einzelner Hügel mit der Kirche und dem Grab an seinem Fuß. Der Aufstieg ist selbsterklärend.
Warum das wichtig ist
Nach der Eyrbyggja saga hielt der Siedler Þórólfur Mostrarskegg, ein Verehrer Thors, Helgafell für so heilig, dass niemand ihn ungewaschen ansehen und kein Lebewesen, weder Mensch noch Tier, auf ihm getötet werden durfte; er glaubte, dass er und seine Sippe in den Berg hinein sterben würden. Das nahe Þórsnes wurde Sitz einer der ältesten Versammlungen Islands, des Þórsnesþing. In christlicher Zeit wurde Helgafell zu einem Hof und religiösen Zentrum: ein Augustinerkloster, eines der bedeutendsten im mittelalterlichen Island und ein Zentrum der Handschriftenherstellung, wurde 1184 hierher verlegt und bestand bis zur Reformation. In Helgafell verbrachte auch Guðrún Ósvífursdóttir, die tragische Heldin der Laxdæla saga, ihre letzten Jahre und soll dort begraben sein; der Überlieferung nach wurde sie die erste Nonne und Einsiedlerin Islands. Am Hof unterhalb steht eine kleine Kirche, und eine Volksüberlieferung besagt, dass ein Erstbesucher, der den Hügel vom Grab Guðrúns aus schweigend, ohne sich umzublicken oder zu sprechen, erklimmt und oben nach Osten blickt, drei Wünsche äußern darf, die sich erfüllen, wenn sie geheim gehalten und mit reinem Herzen gemacht werden.