Kloster Skriðuklaustur
Skriðuklaustur
Skriðuklaustur ist die ausgegrabene Stätte eines Klosters aus dem 16. Jahrhundert im Tal Fljótsdalur in Ostisland, heute ein Heimat- und Kulturzentrum, das die Klosterruinen mit dem 1939 erbauten Haus des isländischen Schriftstellers Gunnar Gunnarsson verbindet. Besucher können auf markierten Wegen um die ausgegrabenen Ruinen gehen und Ausstellungen zur Geschichte des Klosters und zur archäologischen Grabung besichtigen, die es freilegte.
Region
Ostisland
Koordinaten
65.0428° N, 14.9511° W
Stopp planen
- Zeit vor Ort
- 1 Std. 30 Min.
Barrierefreiheit
- Rollstuhl · Teilweise
- Guter Rollstuhlzugang rund um das Haus von Gunnar Gunnarsson und ein gepflasterter Weg hinunter zur Aussichtsplattform der Ruinen. Eine Rampe zum Museum im Obergeschoss hat jedoch keinen Aufzug, sodass diese Ebene nicht erreichbar ist.
- Eingeschränkte Mobilität · Teilweise
- Größtenteils ebene, gepflasterte Wege zwischen dem Haus, den Ruinen und der Aussichtsplattform, mit zwei Parkplätzen auf der oberen und unteren Ebene.
- Sensorisch · Vollständig
- Eine ruhige ländliche Tallage mit einer archäologischen Freiluftstätte und kleinen Innenausstellungen.
- Kognitiv · Vollständig
- Klare informative Beschilderung und ein markierter Weg um die Ruinen und Ausstellungen.
Warum das wichtig ist
Skriðuklaustur wurde um 1493 von Bischof Stefán Jónsson von Skálholt gegründet und war das letzte im katholischen Island errichtete Kloster, bevor die Reformation es 1554 nach rund 60 Betriebsjahren auflöste. Eine umfangreiche archäologische Ausgrabung zwischen 2000 und 2012 unter Leitung der Archäologin Steinunn Kristjánsdóttir mit Personal aus einem Dutzend Ländern legte einen Friedhof mit rund 300 Gräbern frei, deren Skelettreste Spuren von Infektionen, Geburtsfehlern und langwierigen chronischen Krankheiten zeigten. Damit wurde belegt, dass das Kloster als Hospital sowohl für Mönche als auch für die örtliche Laienbevölkerung diente. Dieser bedeutende Fund prägte das Verständnis des mittelalterlichen isländischen Klosterlebens neu. Die Stätte eröffnete 2012 als öffentliches Kulturzentrum, zum 500-jährigen Jubiläum der dokumentierten Klostergründung.